Personaler-Interview: Sales Trainee-Programm bei Fujitsu Technology Solutions

24.10.2011

Interview zum sales Trainee-Programm von FujitsuAnja Popp ist HR Program Manager bei Fujitsu Technology Solutions GmbH. Im Interview mit dem Trainee-Geflüster spricht sie über die Inhalte des neuen Sales Trainee-Programms, den Auswahlprozess und das Trainee-Gehalt bei Fujitsu.

Was ist das übergeordnete Ziel der Fujitsu Trainee-Programme aus Unternehmenssicht?

Grundsätzlich natürlich wollen wir Nachwuchskräfte für Fujitsu interessieren. Das unterscheidet sich sicherlich nicht von der Motivation anderer Unternehmen. Das Trainee-Programm hat gegenüber einem Direkteinstieg jedoch noch das Ziel, binnen einer bestimmten Zeit, gezielt junge Mitarbeiter auf einen bestimmten Job hinzuentwickeln und zu „Fujitsianern“ zu machen. Unser Programm soll junge Menschen begeistern, fördern und an uns binden. Am Ende müssen sich das Unternehmen und der Trainee miteinander „wohlfühlen“. Der Trainee wird Mitarbeiter mit einer Karriere-Zukunft bei Fujitsu und wir haben Mitarbeiter ausgebildet, die uns aktiv mit Know-how und Enthusiasmus darin unterstützen, unsere Unternehmensziele zu erreichen.

Bietet Fujitsu verschiedene Trainee-Programme an?

Ab 2012 bieten wir zunächst ein Trainee-Programm für den Vertrieb anbieten. Es gibt jedoch aktive Überlegungen, auch in anderen Bereichen Trainee-Stellen im Rahmen eines Programms anzubieten. Für April 2012 suchen wir Absolventen, die sich im Rahmen unseres Sales Trainee-Programms zu einem Top-Vertriebler ausbilden lassen möchten. Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar auf dem Thema Sales. Danach richten sich dann auch die Trainingsinhalte. In einem gezielt dafür entwickeltem Schulungsprogramm werden unsere Trainees zu allem geschult, was man bei Fujitsu für eine Karriere im Vertrieb benötigt. Unter anderem wird es Lerneinheiten zu Präsentationstechniken, Rhetorik, Verhandlungsgeschick geben.

Was sind für Berufseinsteiger bei Fujitsu die Vorteile des Trainee-Programms gegenüber einem Direkteinstieg?

Die Vorteile liegen ganz klar in der gezielten, intensiven Förderung. Bei einem Direkteinstieg hat man eine Einarbeitungsphase und erarbeitet sich viel über „training on the job“. Im Rahmen des Trainee-Programms hat sich ein ganzes Netzwerk aus unterschiedlichen Bereichen gezielt Gedanken darüber gemacht, was Fujitsu von einem „Sales man“ oder einer „Sales woman“ erwartet. So ein wenig nach dem Motto: Wir basteln uns den perfekten Vertriebler und Fujitsu-Mitarbeiter. Wir haben uns aber auch die Frage gestellt, was ein Trainee von uns erwartet. Schließlich ist das eine beiderseitige Angelegenheit: Sowohl Fujitsu als auch der Trainee haben Erwartungen, die im Einklang mit einander sein müssen. Daraus ist ein Programm entwickelt worden, was über gezielte Trainings, Workshops und verschiedene Einsätze im Unternehmen, den Trainee in 15 Monaten darin unterstützt, Fujitsu intensiv kennenzulernen und die Fähigkeiten zu entwickeln, die es für eine Sales-Karriere bei uns braucht. Nicht zu vergessen, die Betreuung durch einen Mentor aus dem Bereich.

Wie lange dauert ein Trainee-Programm bei Fujitsu?

Unser Trainee-Programm wird 15 Monate dauern, wobei wir insbesondere im ersten Jahr den Fokus auf Training, Networking und verschiedene Praxiseinsätze im Unternehmen legen.

Wie ist das Trainee-Programm inhaltlich aufgebaut?

Der Trainee wird auf eine definierte Stelle eingestellt. Für das aktuelle Programm wird sich diese im Sales Bereich befinden.  Abgesehen von den Aufgaben im Team bzw. dem unmittelbar mit der Stelle verbundenen "Daily Business“ oder Projekten, wird dem Trainee ein intensives Programm geboten. Man könnte es kurz beschreiben mit den Schwerpunkten „Persönlichkeitsentwicklung“, „Das Unternehmen Fujitsu“ und „ Top Sales Ausbildung“. Um diese Themen zu bearbeiten, wird der Trainee in verschiedenen, für den Vertriebsbereich relevanten Organisationseinheiten jeweils einige Wochen verbringen. Er wird beispielsweise unsere hochmoderne Fabrik in Augsburg kennenlernen.  Außerdem wollen wir die Trainee Community unterstützen. Auch aus diesem Grund wird es im ersten Jahr verschiedene Workshops geben. In diesen wird man intensiv Fujitsu und seine Strategien kennenlernen, wird unternehmerisches Wissen erwerben, aber auch einiges über seine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Und schließlich, ganz wichtig, die Sales-spezifischen Trainings. Es wird ein breites Schulungsangebot geben. Das alles über die ersten 12 Monate verteilt. Die letzten drei Monate sind dann fast ausschließlich der Arbeit im Team gewidmet, um dann das Trainee-Programm mit einem Workshop abzuschließen.

Inwieweit berücksichtigt Fujitsu die individuellen Stärken und Wünsche der Trainees?

Sowohl unser „Trainee-Program Office“ als auch der Mentor arbeiten eng mit dem Trainee zusammen. Sollte es also Wünsche geben oder wir individuelle Lernbedarfe oder Stärken entdecken, können diese erkannt und berücksichtigt werden. Das ist auch eines der Ziele unseres Programms. Wir haben Workshops eingeplant, in denen es rein um das Thema individuelle Förderung und die Entdeckung der Persönlichkeit geht. Wir wollen unsere Trainees ermutigen, sich und Ihre Stärken aber auch Schwächen zu erkennen, um mit beidem arbeiten zu können. Das ist übrigens der Grundgedanke aller unserer Personalentwicklungs-und Förderprogramme.

Mit was für Maßnahmen fördern Sie die fachliche und persönliche Weiterentwicklung der Trainees?

Wir haben ein intensives Programm entwickelt, um Anspruch gerecht zu werden, die Trainees fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Dieses besteht aus einer Mischung aus Workshops und Trainingseinheiten. Die Trainees kommen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen zu uns. Abgesehen davon fehlt es natürlich schon allein aufgrund des Alters an bestimmten Erfahrungen oder Kenntnissen, die man nur über „Berufserfahrung“ erwerben kann. Dafür haben wir Lerninhalte zusammengestellt und stellen erfahrene Mentoren und Führungskräfte zur Seite, die quasi diesen „Erfahrungserwerb“ beschleunigen sollen. Unsere hausinterne Fujitsu-Trainingsacademy hat jahrelange Erfahrung mit Sales-Trainings. Diese wird unseren Trainees zu gute kommen. Wir wissen, was einen guten Vertriebler ausmacht, und davon sollen unsere Trainees profitieren.

Wie laufen Betreuung und Ausbildung durch die Vorgesetzten ab?

Es gibt ein Mentorenprogramm, wobei der Mentor nicht notwendigerweise der Vorgesetzte sein muss. Für dieses Mentorenprogramm werden wir erfahrene Mitarbeiter aus den entsprechenden Vertriebsbereichen auswählen, die persönlich als Mentor geeignet sind. Zudem absolvieren diese ein Training, in dem vermittelt wird,  was Fujitsu von einem Mentor erwartet. Unsere Mentoren und auch die Vorgesetzten unterstützen die Trainees aktiv darin, die eigenen Fähigkeiten besser zu kennen und einschätzen zu lernen. Schließlich geht es auch darum, gemeinsam Ideen für die Karriere bei Fujitsu zu entwickeln und Einblicke in die Strukturen von Fujitsu zu erhalten. Das Management und alle am Trainee-Programm beteiligten Bereiche, Mitarbeiter und Führungskräfte freuen sich auf das Programm und unterstützen dieses mit großem Interesse. Ehrliches Interesse an einer qualifizierten und fundierten Nachwuchsförderung, welches jeder einzelne Trainee „zu spüren“ bekommt, ist meiner Meinung nach die wichtigste Voraussetzung. Unser Programm bildet dafür dann den passenden strukturellen Rahmen und bietet die notwendigen Stationen und Trainings an.

Lernen Ihre Trainees während des Trainee-Programms unterschiedliche Fujitsu-Standorte kennen?

Ja, auf jeden Fall. Fujitsu ist in Deutschland in vielen Städten vertreten. Wir haben Standorte von Hamburg bis München, von Berlin bis Frankfurt. Durch die Praxiseinsätze in verschiedenen Organisationseinheiten und auch durch die Workshops werden die Trainees verschiedene Standorte kennenlernen. Dazu kommt ein Einsatz an einem Fujitsu-Standort außerhalb Deutschlands.

Mit welchem Trainee-Gehalt können Ihre Trainees bei Fujitsu rechnen?

Wir haben uns bei den Ermittlungen des Trainee-Gehalts intensiv mit den aktuellen Gehalts-Benchmarks beschäftigt, denn wir haben den Anspruch angemessene und am Markt orientierte Gehälter zu zahlen. Insofern können unsere Trainees mit einem Jahresgehalt zwischen 40.000 und 48.000 Brutto rechnen.

Ist der Arbeitsvertrag zunächst auf die Dauer des Trainee-Programms befristet?

Wir wollen unseren Trainees von Anfang an unbefristete Arbeitsverträge anbieten. Das Trainee-Programm hat nicht zum Ziel, am Ende auszusieben oder Entscheidungen zu Übernahmen zu treffen. Wir entscheiden uns bei Einstellung und das Trainee-Programm übernimmt dann die zielgerichtete Ausbildung. Daher ist der richtige beiderseitige Auswahlprozess im Vorfeld auch sehr wichtig.

Welche fachlichen Qualifikationen muss ein Bewerber mitbringen, um reelle Chancen auf eine Trainee-Stelle bei Fujitsu zu haben?

Die Bewerber sollten auf jeden Fall ein nachweisbar großes Interesse an IT und Technologie haben bzw. hier auch gewisse Vorkenntnisse mitbringen. Außerdem sind fließendes Deutsch und sehr gutes Englisch wichtige Voraussetzungen.  Grundsätzlich klopfen wir im Bewerbungsprozess Themen wie Eigeninitiative, unternehmerisches und kundenorientiertes Denken sowie ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten ab. Es gibt Studienabschlüsse, die wir präferieren. Das sind Informatik, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftwissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen oder Elektrotechnik. Allerdings wollen wir auch Absolventen anderer Studienrichtungen motivieren, sich zu bewerben, wenn sie die hier beschriebenen Interessen oder Vorkenntnisse mitbringen. Um es mal mit einem Beispiel zu sagen: warum sollte sich ein Absolvent der Psychologie nicht für IT interessieren und ein Top-Vertriebler werden können.

Und auf welche überfachlichen Qualifikationen kommt es besonders an?

Für das Trainee-Programm, welches im April 2012 startet, suchen wir Nachwuchskräfte, die für eine Karriere im Sales Bereich geeignet sind. Unabhängig davon, dass im Rahmen unseres Programms die nötigen Fachkenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden, muss ein zukünftiger Vertriebler gewisse Soft Skills bzw. eine bestimmte Mentalität mitbringen. Dazu gehört zum Beispiel unbedingt ein kommunikatives Wesen mit Durchsetzungsvermögen.  Sales-Mitarbeiter sind ergebnis- und lösungsorientierte Menschen, haben eine hohe Flexibilität, Eigeninitiative und Engagement. Außerdem gehören Einfühlungsvermögen, Offenheit und auch ein gewisses Dominanzstreben dazu. Das sind Wesenseigenschaften, die man zwar über Trainings verstärken, aber weniger „mechanisch“ anlernen kann.

Wie läuft bei Fujitsu der Auswahlprozess für die Besetzung der Trainee-Stelle ab?

Wir sind dazu derzeit noch in den Planungen. Es wird Stellenausschreibungen und voraussichtlich ein Assessment Center und qualifizierte Bewerbungsgespräche geben.

Was erwarten Sie von den Bewerbern im Auswahlprozess?

Wir erwarten vor allem Flexibilität und Reisebereitschaft. Zudem natürlich einen offenen Umgang miteinander. Wir werden im Auswahlprozess die oben beschriebenen Wesenseigenschaften abklopfen. Es obliegt natürlich unserem professionellen Verfahren, hier die passenden Kandidaten auszuwählen. Andererseits kann ich jedem Bewerber nur ans Herz legen, sich nicht nur „bestmöglich“, sondern vor allem auch ehrlich zu präsentieren. Sowohl Fujitsu als auch unsere Trainees wollen natürlich optimal zueinander passen. Daher ist es auch sehr wichtig und eine grundlegende Erwartung meinerseits, dass die Bewerber sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt haben:“Warum ist ein Trainee-Programm das richtige für mich?“. Unsere Bewerber sollten sich darüber im Klaren sein, was sie erwartet und sie sollten sich sicher sein, dass unser Trainee-Programm im Anschluss an das Studium der richtige Berufseinstieg ist.

Wie viele Trainees stellt Fujitsu pro Jahr ein?

Im nächsten Jahr werden wir voraussichtlich zehn bis 15 Trainees einstellen.

Gibt es bestimmte Bewerbungsfristen und feste Start-Termine?

Der Starttermin ist der 1. April 2012. Die Bewerbungsfristen sind noch nicht festgelegt. Wir werden im Herbst mit dem Bewerbungsprozess beginnen.

Was sind die mittelfristigen Karriereperspektiven der Trainees bei Fujitsu?

Unsere Trainees besetzen ihre „Zielposition“ quasi bei Einstellung bzw. Einstieg in das Programm. Wir identifizieren freie Positionen bzw. definieren Jobs, in denen wir Nachwuchs benötigen. Diese Stellen werden durch die Trainees besetzt und auf diesen Stellen werden unsere Trainees „ausgebildet“.  Spätestens zum Anschluss an das Programm ist man dann bereit, sein Team als vollwertiges Mitglied zu unterstützen, eigene Kunden zu betreuen oder neue Kundenverträge abzuschließen. Die mittelfristigen Karriereperspektiven sind vielfältig. Fujitsu ist als IT Unternehmen sehr volatil und muss sich ständig verändernden Marktbedingungen anpassen. Das bringt natürlich auch Chancen für die eigene berufliche Entwicklungen. Dafür haben wir einen jährlichen Performance-Review und individuelle Entwicklungspläne.

Mehr Infos über den >> Einstieg als Trainee bei Fujitsu bietet das Unternehmensprofil.

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